Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Guatemala wird nicht verkauft!

nd-Spendenkampagne: Kirchenradios helfen mit politischer Öffentlichkeitsarbeit den Armen beim Widerstand gegen den Goldbergbau

  • Von Willi Volks, INKOTA
  • Lesedauer: 3 Min.
Beim Goldabbau im guatemaltekischen Hochland werden die Menschenrechte der armen, vorwiegend indigenen Bevölkerung verletzt. Mit Sendungen in Kirchenradios wird Öffentlichkeit über die Missstände geschaffen.
Reporterin Lupita
Reporterin Lupita

Es ist Dienstag 10 Uhr, Zeit für die wöchentliche Radiosendung von COPAE (Kommission für Frieden und Ökologie). Während mir Jorge Ortíz, der Techniker von »La otra Mirada« (Der andere Blick), dem Radiosender der Diözese San Marcos, etwas über die Sendung erklärt, bereitet sich Fernando Martínez, der Projektkoordinator von COPAE, auf seinen Beitrag vor.

Zu dieser Sendung sind weitere zehn lokale katholische Radiostationen mit insgesamt etwa 8000 Zuhörer im Departamento San Marcos nahe der mexikanischen Grenze, vom Hochland bis zur Pazifikküste, zugeschaltet.

Fernando verliest einen sehr politischen Text. Er spricht über die Weihnachtszeit, die eine Zeit der Besinnung, zugleich aber auch eine des politischen Wechsels ist: Am 14. Januar beginnt die Regierungszeit des kürzlich gewählten Präsidenten Otto Pérez Molina - ein Ex-General des Bürgerkrieges, dem massive Massaker an der indigenen Bevölkerung vorgeworfen werden. Vor dieser Regierung , sagt Fernando, stünden viele Herausforderungen, eine davon wäre die Goldmine »Marlin« im Hochland von San Marcos.

Nach dieser Einleitung folgt die einheimische Folklore-Gruppe Cotzic, die davon singt, dass man die Erde nicht ausbeuten kann und dass Sipakapa, ein Ort in unmittelbarer Nachbarschaft der Goldmine, und schließlich ganz Guatemala »nicht verkauft wird«! (Guatemala no se vende!).

Nach der Musik geht der Text von Fernando weiter, er spricht über die Luft-, Boden- und Wasseruntersuchungen, die von COPAE seit fast vier Jahren regelmäßig im Umfeld des Goldbergwerks vorgenommen werden. Sie ergeben eine gefährliche Erhöhung von Schwermetallspuren, die die Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig schädigen.

Die Antwort des kanadischen Bergwerksbetreibers sei Schweigen und im guatemaltekischen Parlament sei erst vor Kurzem ausschließlich von den Arbeitsplätzen beim Goldabbau die Rede gewesen, nicht aber von den gesundheitlichen Gefährdungen. Deswegen sei es an der Zeit, sich selbst zu organisieren und friedlichen Widerstand gegen die krank machende Verseuchung der Umwelt zu leisten.

Nach der Sendung machen wir uns auf den Weg zu einer der lokalen Radiostationen in San Miguel, nahe der Mine »Marlin« gelegen. Dort angekommen, begrüßt uns Aurelio Vásquez herzlich. Er ist einer der Reporter, die durch das gemeinsame Projekt von COPAE und INKOTA ausgebildet wurden. Gerade läuft eine vorweihnachtliche Wunschsendung. Nach etwas Musik spielt Aurelio einen Spot von COPAE über die Mine Marlin ein, und ehe ich mich versehen habe, sitze ich hinter dem Mikrofon und erzähle den Zuhörern, dass ich von INKOTA einer deutschen Nichtregierungsorganisation komme, warum wir mit der indigenen Bevölkerung solidarisch sind und ihren Kampf gegen die Zerstörung ihrer Umwelt und ihrer Gesundheit weiter unterstützen werden. Aurelio ist zufrieden mit meinem Beitrag und weiter geht's mit Jingle Bells, dem Wunschtitel von Yessica aus Sipakapa.

Während die Musik noch läuft, kommt Lupita in das Studio. Sie ist mit zehn Jahren die jüngste Reporterin und wird gleich mit ihrer wöchentlichen Sendung, dem »Club für die Kinder«, beginnen. Sie zeigt mir einige bunte Broschüren, aus denen sie etwas über den Schutz der Umwelt verlesen wird.

Wir hören noch kurz in die Sendung rein und machen uns dann auf dem Heimweg. Lupita begleitet uns noch ein Stück des Wegs im Autoradio. Sie spricht über die Regen- und die Trockenzeit und wie man in diesen zwei Jahreszeiten mit »unserer Erde umgehen muss, damit sie reiche Früchte trägt«. Was für ein hoffnungsfrohes Zeichen in diesem so geschundenen Umfeld!

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln