Kein Paradies auf Erden

Zwanzig Jahre Marktreformen haben zu Verarmung und Ausverkauf des Landes geführt

  • Von Soltan Dzarasov
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.
Soltan Dzarasov: Sich rasch entwickelnde Länder wie China, Vietnam, Indien und Brasilien zeigen uns eine andere Perspektive als der von Russland eingeschlagene Weg des Konsens' von Washington mit einer rein kapitalistischen Entwicklung, der von einer Niederlage zur anderen führt. Die hohen Wachstumstempi und der Widerstand gegen den negativen Einfluss der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise in jenen Ländern beweisen, dass nationale Planung und Markt durchaus vereinbar sind. Dies ist auch eine effektive Methode, um die durch den Markt bedingte grundlegende Unsicherheit in Russland zu mindern und Krisenerscheinungen in der Wirtschaft vorzubeugen. Das Russland oktroyierte Wirtschaftsmodell ist erfolglos, denn es widerspricht zutiefst der historisch-kulturellen Spezifik, den Traditionen und der Mentalität unseres Volkes.

Die Marktreformen, die vor 20 Jahren eingeleitet wurden, werden in Russland recht unterschiedlich bewertet: Die einen sind glücklich und zufrieden ob eines grenzenlosen Reichtums, den sie gewonnen haben; die anderen beklagen voll Bitternis, dass sie sogar das Wenige, das sie besaßen, verloren haben. In diesen zwei Jahrzehnten entstand eine tiefe Kluft zwischen einer Handvoll Neureicher, die verächtlich auf die anderen herabblicken, und all jenen, die diesen Neureichen wegen ihres eigenen glücklosen Schicksals mit Unmut und Hass begegnen. Soziologischen Forschungen und Umfragen zufolge ist nur ein Fünftel der Bevölkerung Russlands vollauf zufrieden. Die Übrigen differieren zwischen teilweiser und meist gänzlicher Unzufriedenheit.

Die Einleitung der Reformen zu Beginn der 90er Jahre wurde von einem großen propagandistischen Trommelwirbel begleitet. Die Vorteile des Marktes und des Privateigentums wurden viel gelobt, Planwirtschaft und...

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