Fondsanteile für Schein-Bauern

Auch Kleinanleger können bei den Banken auf Nahrungsmittel spekulieren

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Bei fast allen deutschen Banken und Sparkassen können Kunden auf Nahrungsmittel wetten - ihr Geld fließt aber woanders hin.

»Wollten Sie nicht schon immer Bauer werden?« Mit solchen Reklamesprüchen wird für Geldanlageprodukte geworben, die auf Weizen, Mais oder Pflanzenöl spekulieren. Schon mit wenigen 100 Euro können Sparer sich so in Schein-Bauern verwandeln. Das »investierte« Geld fließt in alle möglichen Geldanlagen, aber nur selten in Agrarrohstoffe.

Wetten auf landwirtschaftliche Produkte sind uralt, doch seit den 1990er Jahren wachsen die Anlagen von agrarfremden Finanzmarktakteuren auf den internationalen Terminmärkten für Mais, Soja und Weizen. In jüngster Zeit hat die Attraktivität dieser Anlageklasse noch zugenommen. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. So scheinen die Preise von Getreide und Soja unaufhaltsam zu steigen, weil immer mehr Nahrungsmittel als Tierfutter und zur Produktion von Ethanol verwendet werden. Preissteigernd wirkt auch die steigende Nachfrage in Schwellenländern, zugleich stagnieren die Erträge in wichtigen Anbauländern...

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