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Völlerei inmitten von Hungerkrisen

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Das Fest der Völlerei ist vorbei. Schon geraume Zeit zuvor ist aus dem medialen Blick geraten, dass am Horn von Afrika weiterhin über 13 Millionen Menschen unter einer der schlimmsten Dürren in den letzten 60 Jahren leiden. Im Krisenland Somalia kommt der Bürgerkrieg erschwerend hinzu, so dass dort die UNO bereits in sechs Provinzen eine Hungersnot ausrufen musste. Da auch in Ländern wie Kenia und Äthiopien frühestens Anfang 2012 die nächste Ernte eingefahren werden kann, sind Millionen Menschen weiterhin auf Hilfe angewiesen.

Zu allem Unbill kommt, dass sich 2012 das Szenario in Ostafrika in westafrikanischen Staaten der Sahelzone in ähnlicher Form wiederholen dürfte. Die Mehrheit der Bevölkerung im Sahel lebt von der Landwirtschaft. Indes sind die erwarteten Regenfälle in vielen Regionen dort in den letzten Monaten ausgeblieben. Wetterextreme wie Dürren und Fluten nehmen im Zuge des Klimawandels weltweit zu. Die ärmsten Länder vermögen sich gegen die Folgen am wenigsten zu wappnen, und dass die präventive Klimaanpassung ihren Kinderschuhen noch nicht entwachsen ist, zeigte der Klimagipfel in Durban einmal mehr.

In Westafrika hat mit Niger schon ein Land offiziell eine Hungerkrise ausgerufen. Niger braucht schnell Nothilfe, um das Schlimmste zu verhindern. Doch der Teufelskreis der wiederkehrenden Nothilfe muss durchbrochen werden, weil sie an den strukturellen Problemen vorbeigeht. Dass die afrikanischen Länder für die Folgen von Dürren so anfällig sind, liegt insbesondere an der Liberalisierung des Agrarhandels. Die Kleinbauern haben wegen der Billigimporte keinen Anreiz mehr, Überschüsse zu produzieren, weil sie die nicht mehr verkaufen können. Bis jetzt genießen Grundnahrungsmittel bei der Welthandelsorganisation keinen Wettbewerbsschutz. So wird die Saat für immer neue Hungerkrisen gelegt.

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