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Kampfansage an die Konkurrenz

Bei der 60. Vierschanzentournee will Bundestrainer Werner Schuster ein gewichtiges Wörtchen mitreden

  • Von Eric Dobias, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die deutschen Skispringer wollen bei der Vierschanzentournee endlich wieder einmal vorne mitmischen. Bundestrainer Schuster schickt eine starke Mannschaft ins Rennen.

Nach einem besinnlichen Weihnachtsfest im Kreise ihrer Familien wollen es Deutschlands Skispringer bei der 60. Vierschanzentournee ordentlich krachen lassen. »Mit diesem Team sollte es möglich sein, eine deutlich bessere Tournee zu springen. Wir wollen ein gewichtiges Wörtchen mitreden«, richtete Bundestrainer Werner Schuster eine Kampfansage an die Konkurrenz.

Aus dem zwölfköpfigen Aufgebot, das Schuster nach den ersten beiden Springen in Oberstdorf (30. Dezember) und Garmisch-Partenkirchen (1. Januar) halbieren muss, ragt ein Duo heraus: Richard Freitag und Severin Freund. Die befreundeten Zimmerkollegen haben dem deutschen Skisprung in diesem Winter mit vier Podestplätzen zu neuer Blüte verholfen und wollen die Millionen Fans vor dem Fernseher und an den Schanzen mit weiten Flügen verzücken.

Vor allem der Höhenflug von Freitag, der vor zwei Wochen in Harrachov seinen ersten Weltcupsieg feierte, lässt Experten wie Kollegen ins Schwärmen geraten. »Er hat das Potenzial, sich dauerhaft in der Weltspitze zu etablieren«, sagte der viermalige Tourneegewinner Jens Weißflog. Für Dieter Thoma, der 1989/90 triumphierte, hat der 20-Jährige das »Zeug zum Siegspringer« und »Starpotenzial«. Und Martin Schmitt prophezeite: »Wenn Richard in einen Lauf kommt, dann kann er die Tournee gewinnen.«

Daran mag Schuster zwar nicht denken. Aber der seit 2008 im Amt befindliche Chefcoach sieht seine zwei Vorzeigespringer auf Augenhöhe mit der bärenstarken Konkurrenz aus Österreich und Norwegen: »Dass wir in der Spitze mit zwei Sportlern vertreten sind, ist eine tolle Ausgangslage.«

Zumindest die Fans träumen von Höhenflügen, und die Organisatoren reiben sich angesichts des gut laufenden Ticketverkaufs die Hände. Auch im Deutschen Skiverband (DSV) könnte die Stimmung kaum besser sein. »Dass es im Skispringen wieder aufwärts geht, ist ein Glücksfall für den Verband«, erklärte DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller.

Im Biathlon, wo die Stadien bei den Heimweltcups dank Magdalena Neuner & Co. seit Jahren voll sind, hat der DSV keine TV-Rechte. Im nordischen Bereich schon, doch da herrschte zuletzt Flaute. Im Skispringen, laut Pfüller »die absolute Nummer eins«, ging es seit der Erfolgsära Schmitt/Hannawald stetig bergab. Jetzt ist die Talsohle durchschritten, was Pfüller aufatmen lässt: »Die Zahlen des aktuellen Fernsehvertrages werden sich dadurch nicht ändern. Aber es stärkt unsere Position bei künftigen Verhandlungen.«

Wunderdinge erwartet er von den Hoffnungsträgern Freund und Freitag jedoch nicht. »Wir haben nicht die Erwartung, dass einer der beiden die Tournee gewinnt. Oder dass sie zwei, drei Springen gewinnen«, erklärte der Sportdirektor. »Aber natürlich gehen auch die Athleten mit einer anderen Erwartungshaltung rein.«

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