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Panik vor dem Mega-Knall?

Die Feuerwehr ist dieses Jahr zu Silvester besonders gefordert / Stephan Fleischer (42) ist Pressesprecher der Berliner Feuerwehr

Fragwürdig: Panik vor dem Mega-Knall?

nd: Heute beginnt der Feuerwerksverkauf und dank einer neuen EU-Richtlinie werden auch Feuerwerkskörper mit doppelt so viel Sprengkraft verkauft. Allein in Berlin gab es letztes Jahr 500 Verletzte. Rechnen Sie in diesem Jahr mit noch mehr Unfällen?
Fleischer: Wir müssen abwarten, wie die Leute in der Silvesternacht mit den neuen Feuerwerkskörpern umgehen. Denn diese Verordnung gibt es bereits seit letztem Jahr, aber der Markt war darauf noch nicht vorbereitet. Nun werden in allen Geschäften solche Knaller angeboten. Dieses Silvesterfeuerwerk ist zwar geprüft und sicher, aber letztendlich kommt es darauf an, dass man auch vernünftig damit umgeht.

Ab jetzt kann also jedermann zum hochgerüsteten Pyrotechniker werden, da muss Ihnen doch angst und bange werden?
Die Erfahrung wird zeigen, ob die Leute das auch professionell handhaben oder nicht. Es geht ja nicht nur darum, dass sich die Netto-Sprengmasse um ein Vielfaches von 200 Gramm auf jetzt 500 Gramm erhöht hat, sondern auch um die neuartige Konstruktion dieser Batterien. Das bereitet uns viel mehr Bauchschmerzen.

Es soll kaum noch Zeit zum Wegrennen bleiben.
Bisher war es so, dass aus den Fontänenbatterien die Raketen nur senkrecht nach oben geschossen wurden. In den neuen Batterien sind die Rohre zum Abfeuern der Leuchtkugeln aber gefächert angeordnet, so dass sie schräg starten. Es besteht die Gefahr, dass dadurch Häuserwände oder auch Menschen getroffen werden können. Auf jeden Fall sollte man sich nicht im Gefahrenbereich aufhalten - erst Recht nicht betrunken.

Also besser nüchtern bleiben bis zum Raketenabschuss?
Alkohol und Feuerwerk, das schließt sich sowieso aus. An den Sicherheitsprüfungen der Bundesanstalt für Materialprüfung gibt es keine Zweifel. Das kann aber eben nur funktionieren, wenn man sich am Abend vorher hinsetzt und auch mal die Gebrauchsanweisung liest. Dafür nimmt sich leider allerdings kaum einer die Zeit. Wenn man dann auch noch mit dem einen oder anderen Sekt auf die Straße geht und einfach drauf los knallt, dann kann das fatale Folgen haben.

Was sollten die Knallwütigen denn auf jeden Fall beachten?
Wie gesagt: Die Gebrauchsanweisung sollte jeder gelesen haben, die muss auch laut Sprengstoffverordnung auf die Verpackung gedruckt sein. Ausreichend Sicherheitsabstände sind natürlich zu beachten, vor allem zu Personen, Häusern, Bäumen oder Terrassen. Außerdem ist es sehr wichtig, für die Raketen eine sichere Abschussrampe zu bauen. Am besten macht sich ein Getränkekasten mit einer leeren Flasche. Im Internet gibt es auf der Seite www.boellerguide.de noch einige nützliche Tipps zum Nachlesen.

Wie hat sich die Berliner Feuerwehr denn generell auf die Silvesternacht vorbereitet?
Für uns ist das immer ein geplanter Ausnahmezustand. Wir rüsten personell und fahrzeugtechnisch noch mal auf. In der Nacht werden zusätzlich 56 freiwillige Feuerwehren mit 500 ehrenamtlichen Helfern im Einsatz sein. Insgesamt stehen uns dann 1320 Einsatzkräfte und 328 Löschfahrzeuge zur Verfügung.

Fragen: Christin Odoj

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