Kleider machen Leute

Dresdens »Kaufmann«

  • Von Roberto Becker
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Manchmal hat dieser Abend etwas von einer Schlägerei auf dem Schulhof. Dann wieder von ausgelassenem Theaterkindergarten. Doch wenn gleich zu Beginn im schwarzen ausgeschlagenen Bühnenkasten von Karoly Risz fast ein Dutzend beinahe nackter Männer auf einem Haufen liegt, dann denkt man unwillkürlich schon mal an das Pfund Menschenfleisch, um das es in diesem Stück noch gehen wird: Shakespeares »Kaufmann von Venedig«, am Staatsschauspiel Dresden.

Es ist ein Pfund Christenfleisch, das sich der Jude Shylock für ein Darlehen als Sicherheit ausbedungen hat und das er einfordert, als sein Schuldner, Antonio, dann tatsächlich nicht pünktlich zahlen kann, weil seine Schiffe, wie es heißt, u.a. vor Tripolis (hic!) und in Syrien verloren gingen.

Tilmann Köhler und seine (fast) ausschließlich junge Truppe kommen ohne jedes belehrend didaktische Pathos oder ängstlich aus...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.