Aufschub in letzter Minute

Abschiebung aus Bramsche wird überprüft

  • Von Hagen Jung
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

In der Nacht vom 4. auf den 5. Januar sollte die Familie Keqaj aus dem niedersächsischen Bramsche nach Kosovo abgeschoben werden. Doch diese Absicht der zuständigen Landesbehörde wurde gestern gestoppt. Vermutlich haben die Proteste der niedersächsischen Landtags-Opposition dazu beigetragen. Die Familie hält sich vorerst versteckt.

Zu Weihnachten bekamen die sechsköpfige Flüchtlingsfamilie Keqaj in Niedersachsen die Auswirkungen jener Flüchtlingspolitik zu spüren, die Landesinnenminister Uwe Schünemann (CDU) repräsentiert. Im Aufnahmelager Bramsche bei Osnabrück wurde der Familie der Abschiebungstermin Anfang Januar mitgeteilt.

Ungeklärte Versorgung

Für die Betroffenen war das eine schlimme Nachricht, besonders angesichts des schlechten Gesundheitszustandes zweier Kinder. Der zehnjährige Sohn leidet an schweren Migräneattacken, die sieben Jahre junge Tochter an einem Herzfehler. Dennoch befand das Haus Schünemann: Die Abschiebung kann erfolgen, eine amtsärztliche Untersuchung habe ergeben, dass die Kinder reisefähig sind.

Was aber würde aus den beiden Kranken in Kosovo? Die ärztliche Versorgung der Kinder dort sei ungeklärt, gibt der Flüchtlingsrat zu bedenken. Das Innenministerium, das diese Tatsache offenbar nicht interessiere, solle die Abschiebung sof...


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