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Neue Atomtransporte in NRW

Bürgerinitiativen werfen der Landesregierung vor, untätig zu sein

Nach Ahaus sollen schon bald die nächsten Atomtransporte rollen. In Gronau scheint der Betreiber der Urananreichungsanlage kein Interesse an einer Sicherheitsüberprüfung zu haben. Atomkraftgegner rüsten zu Protesten.

Düsseldorf (nd). Die Atomdebatte gewinnt in Nordrhein-Westfalen an Schärfe: Auf eine Kleine Anfrage der NRW-Landtagsfraktion der LINKEN teilte Landesarbeitsminister Guntram Schneider (SPD) vorige Woche mit, dass in nur anderthalb Jahren bis Ende November 2011 insgesamt 74 Atommüll-»Gebinde« mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll ins Zwischenlager Ahaus gebracht wurden. Der erste dieser Atommülltransporte rollte demnach im Juli 2010.

Außerdem stellte Schneider für die kommenden Wochen sieben weitere Transporte mit 14 Atommüllcontainern nach Ahaus in Aussicht, zusätzlich zu den geplanten 152 Castoren von Jülich nach Ahaus. »Die Zahlen sind verheerend für Ahaus und die Landesregierung«, sagte Felix Ruwe von der Bürgerinitiative Kein Atommüll in Ahaus. »Gegen den Transport der 152 Westcastoren von Jülich nach Ahaus wehrt sich die Landesregierung zu Recht, doch bei schwach- und mittelradioaktivem Atommüll schaut sie einfach weg«, bemängelt Ruwe. Die Leichtbauhalle in Ahaus sei als Zwischenlager völlig ungeeignet. Ruwe moniert, dass der Landtag noch im April 2011 ein Moratorium zu den Atomtransporten für NRW gefordert habe, dieses Vorhaben aber noch nicht eingelöst habe.

Darüber hinaus zeigen sich Atomkraftgegner im Münsterland besorgt über den schleppenden Umgang der Landesregierung mit der im März 2011 angekündigten Sicherheitsüberprüfung der Urananreicherungsanlage Gronau. Nach WDR-Recherchen hat die Betreiberfirma Urenco bis zum Jahresende erst wenige Unterlagen eingereicht. Das Unternehmen ist offenbar nicht an einer Transparenz interessiert, schließen Atomkraftgegner daraus. »Das Alles passiert vor dem Hintergrund, dass in Gronau tausende Uranfässer ungeschützt unter offenem Himmel lagern und dass vor Ort derzeit ein riesiges Uranmüll-Zwischenlager gebaut wird«, heißt es in einer Mitteilung mehrerer Bürgerinitiativen, die sich bereits für Proteste rüsten.

Am 14. Januar findet der Auftakt mit einem Spaziergang zum Atommülllager nach Ahaus statt, Höhepunkt der Kampagne wird am Jahrestag der Fukushima-Katastrophe eine Großdemonstration in Gronau sein.

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