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Politische Haustierschlachtung

Das Grundgesetz und die Interessen im Hause Springer

  • Von Marian Krüger
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Statt Klarheit gibt es nach dem TV-Interview des Bundespräsidenten mehr Irritationen. »Bild« widerspricht Darstellungen zum umstrittenen Anruf bei Chefredakteur Kai Diekmann und will - mit Hinweis auf die von Christian Wulff geforderte Transparenz - den Wortlaut veröffentlichen. Wulff lehnt das ab. Das angebliche Ringen um die Würde des Amtes verkommt mehr und mehr zur Machtprobe. Die Bürger, als Zuschauer, dürfen nur für unbedeutende Umfragen die Daumen heben oder senken.

»Wer mit der ›Bild‹-Zeitung im Aufzug nach oben fährt ... der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten.« Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner

Dass die »Bild«-Zeitung sich Politiker und Prominente gern wie Haustiere hält, konnte man schon im Fall Guttenberg bewundern. Und erst recht gilt dieses Diktum eines scharfsinnigen FAZ-Feuilletonisten für den derzeitigen Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU). Der eine wie der andere wurde gestreichelt und gestriegelt, gemästet und geschmückt.

Doch im Gegensatz zum Blender und Betrüger Guttenberg, dem »Bild« eisern die Treue hält, ist der Präsident jetzt fällig. Das Boulevardblatt lässt Wulff vor großem Publikum Männchen machen und züchtigt ihn. »Lassen Sie die Hosen runter!«, lautet die Parole, ausgegeben vom »Bild«-Kolumnisten Franz Josef Wagner an den ehrenwerten Herrn Wulff, in tief empfundenen Respekt vor dem nicht minder ehrenwerten höchsten Staatsamte.

Jene Zeitung, deren Chefredakteur Kai Dieckmann ein deutsches Gericht bescheinigte, dass »er bewusst … wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung An...


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