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Festtage für deutsche Biathleten

Magdalena Neuner, Arnd Peiffer und Andreas Birnbacher feiern Heimsiege in Oberhof

  • Von Oliver Händler, Oberhof
  • Lesedauer: 4 Min.

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Die deutschen Biathleten haben pünktlich zum Heimweltcup in Oberhof in die Erfolgsspur zurückgefunden und der Konkurrenz gezeigt, dass WM-Siege im März in Ruhpolding nur über das deutsche Team gehen werden. Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner versüßte sich den Abschied aus Oberhof mit zwei Siegen im Sprint und im Massenstart, während Arnd Peiffer beim Sprint der Männer sowie Andreas Birnbacher im Massenstart nicht zu schlagen waren. Andrea Henkel rundete das starke Ergebnis der Auswahl vom Deutschen Skiverband mit Rang drei im Massenstart ab.

»Oberhof ist immer etwas Besonderes für uns, und daran gewöhnt man sich auch nie. Jedes Mal, wenn ich hier ins Stadion laufe, bekomme ich eine Gänsehaut«, beschrieb Neuner ihren wahrscheinlich letzten Auftritt am Grenzadler. »Hier habe ich meinen ersten Weltcupsieg gefeiert. Es ist schön, sich nun mit zwei Siegen verabschieden zu können.«

Die Wallgauerin hatte im Massenstart trotz drei Fehlern am Schießstand triumphieren können. Auf der Schlussrunde hatte sie die Norwegerin Tora Berger am steilen Birxstieg, an dem die Zuschauer in Elfer-Reihen (!) standen quasi überrannt. »Ich dachte mir, da lass ich mich jetzt von den Fans hoch tragen«, sagte Neuner. Tora Berger blieb das Nachsehen. »Ich hatte vor der Schlussrunde die kleine Hoffnung, an ihr dranbleiben zu können, doch die konnte ich schnell begraben«, musste Berger eingestehen.

Henkels Serie hält

Die Drittplatzierte Andrea Henkel zeigte sich nur »vorerst zufrieden«, denn an ihrer Laufform will sie noch feilen. »Es ist aber nicht selbstverständlich, hier aufs Podium zu laufen, und ich bin froh, dass meine Oberhofer Podestserie gehalten hat«, meinte Henkel. Gegen die überragend laufende Neuner hatte sie aber keine Chance.

Auch Arnd Peiffer zeigte vor allem auf der Strecke, dass er wieder einmal rechtzeitig nach dem Jahreswechsel seine Bestform erreicht. Beim Sprint am Samstag überholte er trotz eines Schießfehlers auf der Schlussrunde den Franzosen Simon Fourcade (s. Personalie links) und den Russen Jewgeni Ustjugow, die beide fehlerlos geblieben waren. Erst auf dem letzten Kilometer spurtete der Clausthal-Zellerfelder an Fourcade vorbei. »Diese schleimige lange Sägespänerunde liegt mir einfach«, sagte Peiffer.

Für den Weltmeister auf dieser Strecke war der Erfolg eine große Genugtuung, lief er in der bisherigen Saison doch den eigenen Erwartungen hinterher. »Das war ein ganz besonderes Rennen für mich, weil der Ballast endlich von meinen Schultern gefallen ist«, meinte Peiffer. »Mir fällt ein Stein vom Herzen, dass ich es doch noch drauf habe. Ich hatte zwar immer Vertrauen, dass die Form im Januar schon kommen würde, doch es ist umso schöner, wenn man den Worten dann mit einem Sieg sofort Taten folgen lassen kann.«

Den viel umjubelten Schlusspunkt setzte dann Andreas Birnbacher, der als Einziger am Sonntag ohne Schießfehler blieb und letztlich ungefährdet den Sieg im Massenstart einfuhr. Simon Fourcade wurde wieder Zweiter vor dem Norweger Emil Hegle Svendsen. »Ich weiß gar nicht, wie das passiert ist«, wunderte sich Birnbacher nach dem Rennen. »Ich habe mich heute Morgen nicht gut gefühlt, und dann lief es hier so sensationell.«

Schwacher Nachwuchs

Während die Männer in breiter Stärke Spitzenplätze einfahren können, täuschen die guten Platzierungen von Neuner und Henkel bei den Frauen nur bedingt über ein Nachwuchsproblem hinweg. »Ja, bei den Männern haben wir weniger Sorgen als bei den Frauen«, sagte Disziplintrainer Gerald Hönig. »Es ist eine spannende Frage, ob Miriam Gössner bis zur WM noch die Kurve kriegt«, sprach er eins seiner Sorgenkinder an.

Auch Tina Bachmann, Sabrina Buchholz und Franziska Hildebrand können derzeit nicht mit den Besten mithalten. Hönig erfreute zumindest die Nachricht, dass Andrea Henkel bis zu den Olympischen Spielen in Sotschi 2014 weitermachen will. Neuner wird ihre Karriere jedoch im März beenden. Wehmut verspürt sie aber nicht: »Mein letztes Rennen hier hat mir einfach Spaß gemacht.« Wer gewinnt, hat den immer. Resultate Seite 19

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