Werbung

Deponie des Vergessens

Standpunkt von René Heilig

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Thüringen, da war's! Kaum stellt jemand eine Frage zum Naziterror, schon weisen die Finger aufs grüne Herz der Republik: Bratwurst, Böhnhardt, Mundlos, Zschäpe. Jenaer Kameradschaft, Thüringer Heimatschutz, Zwickauer Zelle ... Zwickau? Liegt das nicht in Sachsen? Egal, auch Osten!

Doch die Verantwortlichen dort sind cleverer. Sie verkneifen sich eine »Detektei Schäfer«, die braunen Dreck aufwirbeln könnte. Dort verschickt man lieber Strafbefehle im Akkord - an Antifaschisten, auch nach Thüringen. Der dortige Linksfraktionschef beispielsweise soll 20 Tagessätze zu je 170 Euro zahlen, weil er 2010 eine Blockade gegen den Aufmarsch von Nazis »maßgeblich initiiert« habe. Das ist nicht etwa erfüllte Bürgerpflicht, sondern eine »grobe Störung« im Sinne des Versammlungsgesetzes. Widerlich »frei«staatliche Justiz.

Und was tut sich im weiten Land ringsum? Aus Bayern, wo eine Soko über ein Jahrzehnt ihre Unfähigkeit perfektionierte, tönt - Schweigen. Ermittler am Rhein hoffen, ungeklärte Fälle abhaken zu können, Magdeburgs Innenressort verliert das Interesse an einem NPD-Verbot, weil man aktuell Terrornazis nur jenseits eigener Begrenztheit ausgemacht hat.

Auf Bundesebene sorgt man indessen dafür, dass die federführende Bundesanwaltschaft ihren Deckel auf den braun-brodelnden Topf drückt. So hofft man, militanten Rechtsextremismus als gesellschaftliches Problem auf der Deponie des Vergessens abladen zu können. Fuhre für Fuhre. Bis der Dreck dann wieder Blasen schlägt.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!