Erinnerung und Erfindung

Jan Koneffke: Die sieben Leben des Felix Kannmacher

  • Von Werner Jung
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Wer ist dieser Felix Kannmacher alias Johann Gottwald aus dem Pommerschen? Ein Emigrant, verhinderter Konzertpianist, begnadeter Geschichtenerzähler, Frauenheld, Hallodri und Schwadroneur - vor allem aber ein liebenswerter Taugenichts. Und zwar einer vom Schlage Felix Krulls, also eine Art Picaro, diese Doppelgestalt aus Don Quichotte und Sancho Pansa - zugleich tragisch wie komisch.

Die Lebensgeschichte, die ihm sein Erfinder Jan Koneffke aufgebürdet hat, ist alles andere als leicht. 1934 gelangt er durch die Hilfe des rumänischen Starpianisten Victor Marcu mit falschen Papieren nach Bukarest und entkommt so den Nachstellungen durch die Nazis, die ihm als Pianisten in einem jüdischen Restaurant in Berlin einige Finger zerquetscht haben. Er kümmert sich als Sprachlehrer und Erzieher um Marcus Töchterlein, mit dem ihn eine lebenslange (Liebes-)Nicht-Beziehung verbinden wird, bis Marcu ihn eifersüchtig fallen lässt. Mittellos hockt e...


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