Einmischung! Veränderung!

Publizistin Daniela Dahn und Pfarrer Friedrich Schorlemmer über Ost, West und die Rolle zwischen den Stühlen

Es könnte jetzt der schmale Grat erreicht sein, da alles noch restriktiver oder aber besser werden kann. Ein historischer Moment in der Schwebe, den man nicht sich selber überlassen darf. DANIELA DAHN

nd: Daniela Dahn, Friedrich Schorlemmer, die Wochenzeitung »Freitag« hat ihr Herausgeber-Quartett »verabschiedet«, also auch Sie. Sie werfen dem Blatt vor, ein »Projekt des Brückenbaus« für beendet erklärt zu haben. Das ist der interessante Punkt: dieser Brückenbau, als gesellschaftliches Thema.

DANIELA DAHN: Der »Freitag« hatte eine Ost- und eine Westwurzel. Das Blatt besaß daher relativ lange ein Gespür für die Komplikationen im Zusammenwachsen von Ost und West, auch in Europa. Gespür dafür, dass es produktiven Reiz hat, wenn Intellektuelle in zwei Systemen sozialisiert wurden, also jeweils eine andere Art haben, Dinge zu analysieren.

● Es gibt diese Spannung noch?

DAHN: Sie entsteht nach wie vor aus widerstreitenden Weltsichten und -erwartungen. Es geht darum, neugierig bleiben zu wollen, was das im Gedankengebäude einer Gesellschaft bewirkt. Die Behauptung, diese Spannung hätte sich erledigt, ist ignorant. Auch ...

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