Oben und Unten: Botschaft vom Regen

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.
So nie!

Sie kommen aus den Wänden, treten hervor wie Gespenster. Dichter des gesellschaftskritischen Worts. Poeten der Kapitalismuskritik. Brecht etwa, der im »Lied vom Klassenfeind« klare Fronten aufmacht zwischen Besitzern und Nichtbesitzern - bevor der Klassenkampf ende, flösse eher der Regen von unten nach oben. Also endet der Kampf nie. Das sagt sich nunmehr hin, das geht auf gesichertem Grund über Zungen. Aber man lese, was in tonangebenden Blättern (auch Theatern!) dieser Brecht galt, als der Osten zusammenbrach, weil der Sozialismus nicht (mal mehr) siechen konnte. Verfemt, verstoßen, verlacht - Brecht nur als ein Beispiel.

Längst treibt es Intellektuelle aus ihren Wortklausen. Die Frage nach dem Versagen hat auch sie erreicht. Schöne Auszeiten, münden sie wieder in die Einmischung? In der »Süddeutschen Zeitung« vom Donnerstag schrieb Schriftsteller Ingo Schulze über di...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.