Anwälte gewinnen auf jeden Fall

Versicherung will Entschädigungsfonds

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Wer trägt die Verantwortung für die jahrelang fehlerhaft hergestellten Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) und wer zahlt für die Folgekosten? Die Versicherungen fordern jetzt einen Entschädigungsfonds.

Einer will sich auf jeden Fall nicht beteiligen: Gründer und Ex-Chef Jean-Claude Mas wird zwar weltweit gesucht, fühlt sich aber so sicher, dass er ohne Reue zugibt, bewusst billiges Industriegel für die Implantate verwendet zu haben. Selbst sein Anwalt sieht in diesem Vorgehen zur Kostensenkung kein Problem. In die Schusslinie geraten sind inzwischen der zertifizierende TÜV Rheinland und die Allianz, die das Produkt versicherte. Beide wehren sich nach Kräften, denn die Kosten könnten immens werden.

Für den Austausch der insgesamt etwa 300 000 PIP-Implantate wurde ein weltweiter Aufwand von 1,5 Milliarden Euro errechnet. Der TÜV überprüfte die Herstellung seit 2005 - vermutlich aber nur auf dem Papier, und wirft PIP jetzt vorsätzliche Täuschung mit gefälschten Unterlagen vor. Die Allianz, genauer deren französische Tochter, versicherte PIP von 2005 bis 2010, hält den Vertrag wegen wissentlich falscher Angaben aber für ungültig. Sie ...


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