Im Bienenhaus

Coworking in Frankreich: Oasen für Arbeitsnomaden oder Revolution auf dem Arbeitsmarkt?

  • Von Charlotte Noblet
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Selbstständig sein und doch ein Büro zusammen mit Kollegen nutzen: Coworking macht es möglich. Durch das Anmieten eines Arbeitsplatzes im »Coworking-Space« lassen sich scheinbar Privat- und Berufsleben trennen. Keine Ablenkung mehr durch den häuslichen Alltag, Büroatmosphäre und eine aussagekräftige Postadresse wirken anziehend. Vor allem die digitale Bohème nutzt diese Möglichkeit.

Zehn Coworking-Spaces gibt es in Paris, viele davon kommunal gefördert. Das »La Ruche« (dt. Bienenhaus) im 10. Stadtbezirk der französischen Hauptstadt akzeptiert nur ökologisch und sozial engagierte Mieter. Bei »La Cantine« mietet sich der freiberufliche Web-Art-Direktor Anthony Enkirche seinen Arbeitsplatz.

Entlang des Kanals Saint-Martin mitten in Paris, nicht weit entfernt von der aus dem Film »Die fabelhafte Welt der Amélie« bekannten Brücke, wurden die alten Pferdeställe zu einem »Bienenhaus« (französisch: »La Ruche«) umgebaut. Auf den 600 Quadratmetern gehen nun täglich bis zu 60 fleißige Arbeiterinnen und Arbeiter ein und aus. Astwerke trennen ihre Arbeitsplätze, Steine und Bäume dekorieren Wände von Besprechungsräumen, Blumentöpfe wurden umgedreht und als Lampenschirme verwendet. »Hier arbeiten mehrere soziale Unternehmer neben- und miteinander«, erklärt Romain Sciacqua.

Der Betreuer von La Ruche geht durch den Innenhof. »Seit mittlerweile vier Jahren tauschen sich in unserem Coworking-Space ökologisch und gesellschaftlich innovative Akteure aus.« Eine Tür öffnet sich und gibt Einblick in eine gemütliche Küche, wo sich Gäste mit Fairtrade- und Biokost stärken. Romain arbeitet selbst sozial und solitär als Eventmanager. Er unter...


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