Bei Philippi ...

Großer Wahlsieg der Sozialdemokratie 1912

  • Von Gerd Fesser
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Im Juli 1909 entließ Kaiser Wilhelm II. den Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow. Der Kaiser hatte sich im Vorjahr durch eine Veröffentlichung in der britischen Zeitschrift »Daily Telegraph« gründlich blamiert und in Deutschland wie in England einen Sturm der Empörung hervorgerufen. Er suchte nun einen Sündenbock und fand ihn in Bülow. Es kam Wilhelm gelegen, dass die beiden konservativen Parteien (Deutschkonservative und Freikonservative) dem Kanzler gerade wegen dessen Plänen zur Einführung einer Erbschaftssteuer und zur Reform des undemokratischen preußischen Dreiklassenwahlrechts die Gefolgschaft aufgekündigt hatten.

Bülow sorgte für einen effektvollen Abgang. Just am 14. Juli 1909, dem Tag des Kanzlerwechsels, erschien in der Zeitung »Hamburgischer Correspondent« ein Interview mit dem Fürsten, der Shakespeares Brutus zitierte: »Bei Philippi sehen wir uns wi...


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