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Ausstellung über Kirche des Militärs

Potsdam (dpa/nd). Die Potsdamer Garnisonkirche war ein Symbol des preußischen Militarismus und zugleich ein Kleinod barocker Baukunst. Sie wurde mit Trophäen aus siegreichen Schlachten geschmückt. Die Nazis nutzen den Charakter dieser Kirche gezielt aus. Am 21. März 1933 schüttelte Reichspräsident Paul von Hindenburg zur Konstituierung des Reichstages in der Garnisonkirche dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler die Hand. Mit der Inszenierung des »Tags von Potsdam« schlossen die Faschisten eine Allianz mit dem Preußentum.

Die beladene Geschichte der Potsdamer Garnisonkirche zeichnet ab dem heutigen Sonnabend eine Dauerausstellung nach. Die Ausstellung in der Kapelle am Standort des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäudes konzentriere sich auf dessen »politische Bedeutungsgeschichte«, sagte der Direktor des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kurt Winkler, am Freitag. »Es gibt wenige Orte in Deutschland, die so aufgeladen sind mit historischer Bedeutung.«

Seit Jahren wird in Potsdam um die Garnisonkirche und den umstrittenen Wiederaufbau gerungen. Das 1735 fertiggestellte Gotteshaus brannte nach einem Bombenangriff im April 1945 aus. 1968 wurde die Ruine beseitigt. Die Ausstellung erzählt die einzelnen Kapitel der Garnisonkirchengeschichte auf Schautafeln und Fotos. Zudem werden einige der wenigen Bauelemente präsentiert, die aus dem Schutt der gesprengten Kirche gerettet werden konnten: etwa ein Korinthisches Kapitell vom Mittelgeschoss des Turmes sowie ein Bruchstück vom Sarkophag Friedrich Wilhelm I. aus der Gruft der Garnisonkirche.

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