Ab in den Lunapark!

Manfred Karge inszenierte am Berliner Ensemble Georg Heyms »Faust«

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Manfred Karge inszeniert das Faust-Fragment von Georg Heym, einen Text, ganze zwei Seiten lang? Das kann nichts werden, war ich mir sicher, denn diese Skizze ist nicht viel mehr als eine Sammlung bizarrer Stichworte, ein mörderischer Rummelplatz. Auch Karge charakterisierte zwischenzeitlich mit dem Wort »haarsträubend« das, was er da begonnen hatte. Ja, haarsträubend ist es tatsächlich - aber auf welch großartige Weise!

Mit dem Faust-Stoff hat Karge Erfahrung, mit dem miniaturisierenden Guckkastenformat, über dem ein Schild suggeriert, dass wir hier - statt im Pavillon des BE - im Neopathetischen Cabaret sind (wo Heym seine ersten Auftritte hatte), ebenfalls. 1980 inszenierte Karge in Bochum Thomas Braschs Georg-Heym-Drama »Lieber Georg«. Brasch hatte im verzweifelt zukunftssüchtigen Expressionisten Heym einen Seelenverwandten entdeckt, einen, der so wie er in der Hassliebe zum Vater (Braschs Vater war stellvertretender DDR-Kulturm...


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