So ist es (nicht) gewesen!

Historiker machen aus der Wannsee-Konferenz eine Performance mit wissenschaftlichem Blick

  • Von Jenny Becker
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.
Historiker bei der Theaterprobe

Auf dem Wannsee zieht träge ein Touristenschiff vorüber, während in der Gedenkstätte am Ufer 15 Männer zusammensitzen. »... konnte bis zum heutigen Tage der Großteil der männlichen Juden Serbiens im Rahmen der Partisanenbekämpfung liquidiert werden«, dröhnt Martin Luther, Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt, zufrieden in die Runde. »Jetzt warten dort nur noch Frauen und Kinder auf ihre Evakuierung nach Osten.«

Tillman Müller-Kuckelberg, der 36-jährige Historiker, der den NS-Mann im Dokumentar-Theater-Projekt »Die Wannsee-Konferenz« spielt, fügt hinzu, dass von April bis Juni 1942 etwa 6500 jüdische Frauen, Kinder und Alte bei Belgrad in einem Gaswagen umkamen. Das Theaterprojekt, das am Sonntag am Originalschauplatz im Berliner Haus der Wannsee-Konferenz Premiere hat, beschränkt sich nicht auf den 20. Januar 1942. Das Protokoll der historischen Sitzung dient nur als Ausgangspunkt für eine Ausei...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.