Auf gutem Weg, aber noch nicht am Ziel

Transparency stellt Deutschland bei Korruptionsbekämpfung gute Noten aus, bemängelt jedoch viele Defizite

  • Von Fabian Lambeck
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Während die Öffentlichkeit noch über die Causa Wulff diskutiert, stellte die Antikorruptionsorganisation Transparency Deutschland am Donnerstag ihren Integritätsbericht vor. Die Bundesrepublik schneidet bei der Korruptionsbekämpfung zwar gut ab, trotzdem moniert der Bericht zahlreiche Regelungslücken.

Wohl pures Mitleid hat den Münchner Aktionskünstler Wolfram Kastner und den Galeristen Christoph Dürr dazu bewogen, sich direkt und persönlich an Christian Wulff zu wenden. Kastner und Dürr bekennen in einem Brief, darunter zu leiden, wie schwer es dem Bundespräsidenten gemacht werde, seine Unschuld zu beweisen. Damit Wulff seine Hände gründlich in Unschuld waschen könne, offerieren beide ihm ein Stück Seife. Er könne damit auch seine Weste rein halten und »diejenigen einseifen und von irrigen Auffassungen befreien«, die »von abstrusen Schuldvermutungen befallen sind«. Der Seife ist die Urkunde eines »Kuratoriums Deutsche Reinheit« beigefügt, in der es zur Begründung der Gabe an Wulff heißt: »Der unkomplizierte freundschaftliche Umgang mit großen Vermögen und Einkommen ist ihm besonders hoch anzurechnen.«

Eine Pressekonferenz zum Thema Korruption kommt derzeit wohl nicht ohne einen Verweis auf den Bundespräsidenten aus. Auch Edda Müller, die Deutschland-Chefin von Transparency International, kritisierte am Donnerstag das Verhalten des Staatsoberhauptes. Christian Wulff steht derzeit wegen windiger Kreditgeschäfte und zahlreicher Vorteilsnahmen in der Schusslinie.

Entgegen seiner Ankündigungen habe Wulff »kein vorbildliches Verhalten an den Tag gelegt, wenn es um Transparenz ging«, so Müller bei der Präsentation des ersten Nationalen Integritätsberichtes, der den Stand der Korruptionsbekämpfung in Deutschland untersucht. Jeder Oberamtsrat hätte sich einem Verfahren stellen müssen, wenn er mit solchen Vorwürfen konfrontiert worden wäre, monierte Müller. Die Vereinsvorsitzende hatte in der vergangenen Woche demonstrativ nicht am traditionellen Neujahrsempfang des Bundespräsidenten teilgenommen.

Trotz dieser unappetitlichen Affäre z...


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