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Rezension - Angst bringt Gewinn

  • Von Eric Breitinger
  • Lesedauer: 2 Min.

Die Wissenschaftsjournalisten Marita Vollborn und Vlad Georgescu beschwören in ihrem neuen Buch das Horrorszenario weltweit grassierender Seuchen herauf und liefern zahlreiche Beispiele für das Versagen der Politiker beim Seuchenschutz. Als vor drei Jahren zahlreiche Fälle von Schweinegrippe grassierten, ließ sich die Bundesregierung von den Pharmamultis an der Nase herumführen und schloss Verträge zur Lieferung von Impfstoffen, als die H1N1-Grippewelle bereits abebbte. Die Verträge liefen darauf hinaus, dass Millionen Bürger zu horrenden Preisen schlecht verträgliche Impfstoffe bekamen. Hilflos agierten die Verantwortlichen ebenfalls im Umgang mit dem EHEC-Erreger.

Die Autoren kritisieren, dass viele Länder die Virenforschung an private Konzerne delegiert haben. So subventioniert Deutschland Roche oder Novartis mit Millionen Euro. Universitäre Forscher und kleinere Unternehmen gehen indes fast leer aus. Die Pharmakonzerne können bei einer vermeintlichen Bedrohung wie der Schweinegrippe nach Belieben Risiken aufbauschen, Lieferbedingungen für Impfstoffe diktieren und so »Milliardenprofite auf Kosten der Patienten« einfahren. Das Resultat: Viele Menschen zögern selbst bei sinnvollen Impfungen.

Trotz zahlreicher Wiederholungen, breit ausgewalzter oder überflüssiger Passagen wie die wenig nützlichen Tipps zum Umgang mit einer Grippe ist dies ein wichtiges Buch zu einem virulenten Thema.

Marita Vollborn, Vlad Georgescu: Die Viren-Lüge. Wie die Pharmaindustrie mit unseren Ängsten Milliarden verdient, Hanser 2011, 254 S., 16,90 €.

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