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Der Traum vom normalen Leben

In Burundi leben Tausende Kinder ohne Perspektive auf der Straße

  • Von Philipp Hedemann, Bujumbura
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wer in Burundi einmal auf der Straße lebt, wird dort für den Rest seines kurzen Lebens bleiben. Das trifft auch zahlreiche Kinder. Im drittärmsten Land der Welt leben zahlreiche Kinder ohne feste Unterkunft, ohne Schule, Arzt und Zukunft auf der Straße.

Ciril (v.) inmitten seiner neuen Familie, der Gang

»Kannst Du mich mitnehmen? Bitte!« Immer wieder fragt Ciril den Mann, der ihm so viele Fragen stellt. Er weiß nicht, wo der Reporter lebt, der 14-Jährige weiß nur: Überall ist es besser als dort, wo er wohnt. Ciril lebt wie Hunderte andere Kinder auf den Straßen der burundischen Hauptstadt Bujumbura. Nirgendwo ist das Leben im drittärmsten Land der Welt unbarmherziger.

»Wenn uns die Polizei nicht mit ihren Knüppeln schlägt, dann schlagen uns die anderen Gangs. Die meisten sind älter und stärker als wir. Wir müssen ständig wegrennen«, erzählt Ciril. Er ist das jüngste Mitglied seiner Bande. Seit über zwei Jahren hat er kein Dach mehr über dem Kopf, seit zwei Jahren hat er nicht in einem Bett geschlafen. Noch nie in seinem Leben war er beim Arzt, nie hat er eine Schule von innen gesehen.

»Als meine Eltern sich trennten, bin ich bei meinem Vater geblieben, aber seine neue Frau wollte mich nicht. Da bin ich zurück zu meiner Mutter g...


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