»Ich habe vier Leben«

Seit März 2003 gibt es im Deutschen Theater Berlin die Sonntagsmatinee »Gregor Gysi trifft Zeitgenossen«. Über 60 Gesprächspartner traf er schon - und betreibt so quasi das, was in seiner Partei den Ruf hat wie das Weihwasser beim Teufel: pure Personaldebatte. »Offene Worte« heißt der zweite Sammelband dieser Begegnungen. Bei »nd im Club« redete der Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Bundestag über ein Aquarium, sein Leben als Großvater, Anwaltsspiele im Parlament und ein wenig Furcht vor Einsamkeit. Mit GREGOR GYSI sprach HANS-DIETER SCHÜTT.

Gregor Gysi: Offene Worte. Hrsg. von Birgit Rasch. Verlag Neues Leben. 240 S., brosch., 17,95 Euro.

nd: Gregor Gysi, auf der Bühne des Deutschen Theaters steht während Ihrer Gespräche ein Aquarium. Schwimmen da noch immer die gleichen Fische?
Gysi: Nach der Sanierung des Hauses wurden sie wohl ausgewechselt. Einer starb, wie man mir erzählte. Aber ansonsten geht es denen gut.

Die Fische dürfen schweigen.
Ja. Sie antworten, wie ich es mögen soll.

Die leisten keine Widerrede.
Widerrede ist bei den Gesprächen gewünscht. Mancher Interviewpartner äußerte im Vorfeld Befürchtungen, bei mir nicht zu Wort zu kommen. Alle kommen ausreichend zu Wort.

Für Sie eher widernatürlich.
Deshalb schätze ich diese Gespräche: Man will ja auch mal anders sein.

Da haben wir ihn: den Trieb zum Unterhaltungsgewerbe.
Wenn das Leben nur aus Bundestagsdrucksachen und Parteipapieren besteht, wird der Mensch eng. Wenn man nur solche Dinge liest, denkt man irgendwann auch nur so, und noch schlimmer: Man sieht auch so aus, man ist nicht mehr lebendig, ...





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