Kleine und große Fische

Claudia Piñeiro lässt unter einem Riss in der Wand allerhand zum Vorschein kommen

  • Von Irmtraud Gutschke
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Der Krimi sei »das volksnaheste Genre in der Literaturgeschichte«, meint sie. Und doch widerstand ihr Verlag der Versuchung, Claudia Piñeiros Buch »Der Riss« als »Kriminalroman« anzupreisen. Ein Toter liegt unter Beton. Und wir kennen die drei, die ihn in der Tiefe versenkten. Einer oder eine könnte ihn sogar ermordet haben. Pablo Simó war es nicht, obwohl ihn die Sache womöglich am meisten bedrückt. Aber auch Borla, der Besitzer des Architekturbüros, und Marta Horvat, die Bauleiterin, sind aufgeschreckt, als eines Nachmittags eine junge Frau hereintritt, um sich nach jenem Nelson Jara zu erkundigen. Wie werden sie sich herauswinden? Bringen sie die junge Frau gar auch noch um? - Fragen versierter Krimileser, die Claudia Piñeiro allerdings nur belächeln kann. Denn was sie sich ausgedacht hat, ist viel feiner gestrickt.

Es ist wirklich kein Krimi, in dem es um Entdeckung und Bestrafung des Täters geht. Seltsam, hier kann es sich der ...

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