Abu-Jamal in Isolationshaft

Johanna Fernandez über die Haftbedingungen des US-Amerikaners

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Die Todesstrafe für den afroamerikanischen Journalisten Mumia Abu-Jamal ist abgewendet, das Urteil lautet nun auf lebenslange Haft. Johanna Fernandez, Geschichtsprofessorin, unterstützt den seit 1981 Inhaftierten seit vielen Jahren. Jetzt ist sie Sprecherin seines Anwaltsteams. Bei ihrem jüngsten Besuch in Berlin sprach mit ihr Birgit Gärtner.
Johanna Fernandez
Johanna Fernandez

nd: Seit Anfang der Woche sammeln Unterstützer Mumia Abu-Jamals Unterschriften dafür, dass er in den Normalvollzug verlegt wird. Geht es Abu-Jamal nach der Umwandlung der Todesstrafe in lebenslange Haft nicht besser?
Fernandez: Lebenslange Haft bedeutet in den USA tatsächlich bis ans Ende des Lebens. Und das ist, da zitiere ich Mumia: Todesstrafe auf Raten. Ein Sieg für Mumia wäre es, wenn er aus der Haft entlassen würde und Sie mit ihm selbst statt mit mir sprechen könnten. Trotzdem, zum ersten Mal in der Geschichte des Falls Mumia Abu-Jamal agieren wir nicht unter der schrecklichen Bedrohung der möglichen Hinrichtung. Das ist eine solche Erleichterung, die in Worte zu fassen mir schwer fällt. Aber bis zum Sieg gibt es noch viel zu tun. Zunächst müssen wir die Überstellung in den normalen Strafvollzug durchsetzen.

Aber aus dem Todestrakt wurde er doch entlassen.
Ja, er musste aus dem Todestrakt entlassen werden. Danach wurde er in das Gefängnis SCI Mahanoy, circa 170 Kilometer nordwestlich seiner Heimatstadt Philadelphia, überstellt. Dort befindet er sich in sogenannter Administrativhaft. Die wird verhängt, wenn die Justiz eine »Bedrohung für Leben und Eigentum des Gefangenen, der Bediensteten, der Mitgefangenen, der Allgemeinheit oder der Sicherheit und Ordnung der Anstalt« im Normalvollzug sieht. Das klingt sehr fürsorglich, bedeutet aber in der Realität nichts anderes als eine extreme Verschärfung seiner Haftbedingungen. Eine Verschärfung gegenüber den Bedingungen im Todestrakt wohlgemerkt.

Wie sehen diese verschärften Haftbedingungen aus?
Mumia ist in Isolationshaft, 23 Stunden allein in der Zelle, er wird gefesselt, sobald er die Zelle verlassen darf oder muss, beispielsweise auch wenn er zur Dusche geht. Die Besuchszeit wurde drastisch reduziert, ebenso die Anzahl der ihm erlaubten Telefonanrufe. Er erhält nur eine geringe Anzahl von Briefumschlägen und Briefmarken, er hat weder Radio noch Fernsehen in seiner Zelle, nicht einmal seine Schreibmaschine wurde ihm erlaubt.

Wann endlich wird er in den Normalvollzug überstellt?
Das Anwaltsteam fordert die sofortige Überstellung. Aber die Gefängnisleitung stellt Bedingungen, die Mumia erfüllen soll. Als neueste Schikane fordert sie, dass er seine Dreadlocks abschneiden soll. Darauf wird Mumia sich sicher nicht einlassen, auch wenn das weiterhin Isolationshaft bedeutet.

Eine Befürchtung der Solidaritätsbewegung war, dass viele Aktive nach der Aufhebung der Todesstrafe das Interesse an dem Fall verlieren würden. Würden Sie diese Einschätzung teilen?
Glücklicherweise kann ich das nicht bestätigen. Es gibt eine unglaubliche Anteilnahme und eine große Bereitschaft, weiterhin aktiv für seine Freilassung zu kämpfen.

Was wäre konkret zu tun?
Weltweit werden derzeit größere und kleinere Aktionen geplant, unter anderem eine Demonstration am 21. April in Berlin anlässlich Mumias 58. Geburtstags. Alle sind herzlich eingeladen, sich daran zu beteiligen oder eigene Aktionen auf die Beine zu stellen. Ganz wichtig ist auch, ihm zu schreiben. Das ist wichtig für ihn, aber auch ein wichtiges Signal an die US-Justiz, dass weltweit Menschen ein wachsames Auge auf Mumia haben.

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