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Schmähpreis für den Rohstoffriesen

»Menschenverachtende Produktion« bei Vale

Im fernen Davos in der Schweiz wurde der »grüne Kapitalismus« brasilianischer Ausprägung an den Pranger gestellt: Der »Sieg« des Bergbaukonzerns Vale in der Internetabstimmung über das schändlichste Unternehmen der Welt, für den es den sogenannten »Public Eye Award« gibt, löste in Porto Alegre Jubel aus. Aktivisten der Kampagne »Der Xingu muss für immer leben« (xinguvivo.org.br), die sich gegen den Bau des Megastaudamms Belo Monte an dem Fluss in Amazonien einsetzen, gaben auf dem Weltsozialforum eine Pressekonferenz.

Aufhänger für die Kandidatur Vales in der Schweiz war seine neunprozentige Beteiligung am Konsortium, das 2011 mit dem Bau des drittgrößten Wasserkraftwerks der Welt am Amazonas-Nebenfluss Xingu begonnen hat. Mit einer eigenen Website hatten die brasilianische Nichtregierungsorganisation für die Abstimmung mobilisiert, in der Vale in letzter Minute am japanischen Atomkonzern Tepco vorbeizog. »Es ist in Wirklichkeit ein Sieg für die Opfer der Firma in Brasilien und weiteren 30 Ländern«, sagt der Anwalt Daniel Chamas. »Vaterlandsverrat«, geiferte dagegen das »Jornal do Brasil«.

In den 90er Jahren war das Staatsunternehmen Vale do Rio Doce privatisiert worden. Heute ist Vale der zweitgrößte Bergbaukonzern der Welt, 2010 beliefen sich seine Nettoprofite auf 17,3 Milliarden Dollar. In Amazonien fördert er Eisenerz, Kupfer, Magnesium und Bauxit, in Mosambik Steinkohle. Zusammen mit Thyssen-Krupp betreibt er in Rio de Janeiro ein Stahlwerk, das Tausenden Fischern die Lebensgrundlage entzogen hat und das anliegende Stadtviertel Santa Cruz mit Metallpartikeln verschmutzt.

Hand in Hand mit der brasilianischen Regierung macht Vale am Rande der UN-Klimaverhandlungen Lobbyarbeit für die Erleichterung des Emissionshandels. Im Vorfeld von »Rio+20« sponsert der Konzern einen »nationalen Dialog für die Green Economy«.


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