Christina Matte 04.02.2012 / Kultur

Der Stachel

Warum der Jenaer Jugendpfarrer Lothar König gegen Gewalt ist

Jena, Mitte Januar, Büro der Jungen Gemeinde Stadtmitte. Jugendpfarrer Lothar König ist anwesend und abwesend zugleich. Momente, in denen er sich auf Ort und Zeit und Verabredung besinnt, müssen eingefordert werden, hartnäckig.

Lothar König

Seine Gedanken sind überall, manchmal sogar hier. Der ganze Mann ist in Bewegung: aufspringen, rauslaufen, reinstürzen, hinsetzen. An den langen Holztisch. Der ächzt, er hat ein Gebirge zu tragen. Nebeneinander, übereinander, ineinander verkeilt liegen lokale Tageszeitungen, die aktuelle Ausgabe des »Spiegel«, Schriftstücke, mehrere handgetöpferte Aschenbecher, ein Tütchen Badesalz, eine Einladung zum Neujahrsempfang des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, Tabletten gegen Eisenmangel, CDs, unter anderem Mozart, stapelweise Taschenbücher, obenauf Gedichte von Else Lasker-Schüler. Das Gebirge auf dem Tisch sagt: Ordnung ist nichts, womit König in Verbindung gebracht werden kann. Oder mit dem er in Verbindung gebracht werden will. Ordnung ordnet unter, zumindest trifft das auf die Ordnungen zu, die er kennengelernt hat, in der DDR und im wiedervereinigten Deutschland. König ist eigensinnig, wie alle Menschen. Doch anders als die meisten Menschen ist er öffentlich eigensinnig. Das macht sein Leben schwierig.

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