Werbung

Barockes aus Angola

Die Liebe, der Tod und der Teufel

  • Von Manfred Loimeier
  • Lesedauer: 2 Min.
Unterstütze das nd mit einem monatlichen Beitrag

Minimum 2,50 Euro/Monat

...oder einem Abo oder einer Spende:

  • Wählen Sie ein Abo:

    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

    Ich habe bezahlt.

  • Ich bin schon Abonnent
    Login

    Passwort vergessen?

  • Vielleicht später...

Die Geschichte, die der angolanische Autor José Eduardo Agualusa in seinem Buch »Barroco Tropical« erzählt, klingt vergleichsweise einfach. Ein verheirateter Schriftsteller hat eine Affäre mit einer Sängerin, und überdies wird er Zeuge eines Mordkomplotts. Die Frau des Schriftstellers trennt sich von ihm, die Sängerin bringt sich um, und seine Zeugenschaft wird dem Schriftsteller fast zum Verhängnis. Aber wie Agualusa diese Geschichte erzählt - das ist, wie könnte es bei diesem Autor anders sein, etwas verwickelt, verschachtelt, und dabei doch spannend. Schließlich verläuft die Handlung fast wie in einem Kriminalroman, erschließen sich die Zusammenhänge nur nach und nach, fügt sich ein kleinteiliges Puzzle zusammen, das ein ernüchterndes Bild der angolanischen Gegenwartsgesellschaft formt.

So entpuppt sich »Barroco Tropical« als mehr als nur ein Melodram, als kritischer Gesellschaftsroman vielmehr, der von Drogenschmuggel, Diamantenhandel, Korruption in der Erdölindustrie, Unterdrückung der demokratischen Opposition Angolas und von irrationalen Machenschaften sowie von brutalster Gewalt handelt. Agualusa malt den Alltag in Angola als barockes Gemälde voll von Lebenslust, Habgier und Missgunst, ganz so, als hätten sich alle Todsünden der Welt in Luanda, der Hauptstadt Angolas, eingefunden, um dort einander zu übertrumpfen. Honoré de Balzacs »Menschliche Komödie« ist dagegen mit dem Weichzeichner entworfen, aber gleichwohl liest sich »Barroco Tropical« flott, einprägsam und anregend, was auch an sehr anschaulich geschilderten Szenen liegt, die Agualusas Anliegen düster illustrieren.

Dennoch haftet dem Buch ein erheblicher Makel an. Agualusa setzt das Geschehen in »Barroco Tropical« zwar geschickt aus den mehrstimmigen Kommentaren seiner Protagonisten zusammen, und diese Perspektivwechsel sorgen für eine wohltuende Lebendigkeit, aber eine wesentliche Stimme unterschlägt Agualusa vollkommen, vollkommen unverantwortlich: diejenige der Ehefrau des Schriftstellers, die sehr früh samt Kindern ihren untreuen Mann verlässt. Es wäre schön gewesen, auch zu erfahren, was sie von dem ganzen Geschehen hält.

José Eduardo Agualusa: Barroco Tropical. Roman. Aus dem angolanischen Portugiesisch von Michael Kegler. A1 Verlag. 331 S., geb., 22,80 €.

PYEONGCHANG 2018

Ein politischer Blick auf die Winterspiele.

14 Tage kostenlos und unverbindlich: Testzugang zu unserem Digitalabonnement.

Jetzt testen!