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Mehr Ahornblätter in Köln/Bonn

Verteidigungsminister de Maizière auf Amerika-Tour: Kanada baut neues Luft-Logistikzentrum

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Am Montag ist Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) zu einer längeren Amerika-Reise aufgebrochen. Seine erste Station lag nicht wie üblich in den USA, sondern in Kanada.

Seit Ende 2008 war kein deutscher Verteidigungsminister mehr in Kanada. Dabei gibt es einiges zu bereden. Nicht nur, dass die regelmäßige Winterausbildung, die das deutsche Kommando Spezialkräfte (KSK) in dem nordamerikanischen Land absolviert, super ist. Und dass die Leopard-Panzer, die Deutschland an die kanadischen Truppen in Afghanistan verleaste, für etliche Ahornblatt-Militärs lebensrettend waren, ist bekannt. Was also wollte der deutsche Gast? Abzugserfahrungen erfragen? Kanada hatte - nachdem über 150 Soldaten umgekommen waren - seine Kampftruppen im vergangenen Jahr vom Hindukusch abgezogen. »Kanadas Modell kann ein Modell für die internationale Gemeinschaft sein«, lobt de Maizière. Derzeit sind noch rund 950 Militärausbilder aus Kanada in Afghanistan.

Oder ging es um das jüngste Resultat 60-jähriger Zusammenarbeit? Die kanadischen Streitkräfte richten ein Logistik-Luftkreuz auf dem Flughafen Köln-Bonn ein. Von der Zwischenstation in Deutschland fliegen sie Mensch und Material weiter gen Osten. Vorher betrieben die Kanadier das Drehkreuz auf dem rheinland-pfälzischem US-Stützpunkt in Spangdahlem.

De Maizière freute sich sehr, »dass Kanada seinen strategischen Hub in Richtung Osten in Köln/Bonn ansiedeln wird«. Ob sich die Anwohner des nun erwählten Airports auch freuen? Der eigentliche Grund für den Umzug der Kanadier ist der 24-Stunden-Flugbetrieb von Köln/Bonn. Diesen »strategischen Vorteil« müsse sich der Airport bewahren, sagte de Maizière.

Die Flugplatzleitung war nach eigener Auskunft überrascht von den kanadischen Umzugsplänen. Und das, obwohl erst vor drei Wochen eine kanadische Delegation in Köln/Bonn zu Gast war? Der parlamentarische Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Verkehrsministerium nannte die Ankündigung zunächst einmal eine Provokation. Horst Becker heißt der und ist ein Grüner.

Rein technisch sei der Umzug kein Problem, hieß es weiter auf dem Airport. Die Masse der Flüge wickelt die Canadian Air Force mit vierstrahligen C-17-Transportmaschinen ab. Zu Spitzenzeiten versorgten die Kanadier ihre Truppen im Ausland mit bis zu 300 Flügen im Halbjahr. Doch solche logistischen Fragen waren sicher auch nicht der Grund für de Maizières Kanada-Reise.

Sicher ist: Die Bedeutung seines Gastlandes steigt mit der selben Geschwindigkeit, mit der das nordpolare Eis schmilzt. Die Begehrlichkeiten der Anrainerstaaten an Bodenschätzen und neuen Transportrouten steigt. Und Kanada ist der ideale NATO-Stützpunkt, um die wirtschaftlichen Interessen des Westens auch militärisch zu betonen.

Verteidigungsminister de Maizière flog von Kanada in die USA weiter. Da stand ein Treffen mit dem Ressortkollegen Leon Panetta auf dem Plan. Ein Gesprächsthema könnte mit Verlässlichkeit bei der Rüstungskooperation überschrieben werden. Nachdem die USA ihre Verbündeten Deutschland und Italien erst zum Mittun bei der gut vier Milliarden teuren Entwicklung des Raketenabwehrsystem MEADS gedrängt hatten, sind sie selber im vergangenen Jahr ausgestiegen. Doch MEADS soll ab 2018 die alten »Patriots« der Bundeswehr ersetzen.

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