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Endgültig gescheitert

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 1 Min.

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Nun ist genau das eingetreten, was Angela Merkel unbedingt verhindern wollte: Der Bundespräsident ist zurückgetreten. Über Christian Wulff wird bald niemand mehr reden, Merkel dagegen wird das Problem noch lange anhängen. Im Gedächtnis wird bleiben, dass nach Horst Köhler schon der zweite Parteisoldat ihrer Wahl gescheitert ist. Wulff konnte sich nie aus dem unappetitlichen Kumpel- filz der niedersächsischen Provinz lösen. Dass er immer noch kaum Schuldbewusstsein entwickelt hat (»Ich war immer aufrichtig.«), setzt nur den i-Punkt auf die Schmierenkomödie.

Schlimmer als Wulffs eigenwilliges Verständnis vom Geben und Nehmen ist allerdings seine politische Belanglosigkeit. Merkel wollte einen braven Mieter im Schloss Bellevue, der sich an die vom Kanzleramt gewünschte Hausordnung hält, und hat mit Wulff einen solch braven Mann gefunden, dass man ihn kaum zur Kenntnis genommen hätte - wären da nicht seine merkwürdigen Freunde, die ihm fast einen Zug von Extravaganz verliehen.

Leider nimmt niemand die große Wulff-Pleite zum Anlass, das anachronistische Amt endlich abzuschaffen. Die Parteien streiten schon über die Nachfolge. Nach Wulff kann es eigentlich nur noch besser werden. Vielleicht wird es sogar jemand mit einer Botschaft und einer Moral. Und jemand, der nicht wirkt wie der Sieger das Castings »Germanys next Schlaftablette«.

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