Charlotte Noblet 19.02.2012 / Kino und Film

Was für eine revolutionäre Berlinale!

Mit dem Goldenen Bären wurde „Cesare deve morire“ von Paolo und Vittorio Taviani ausgezeichnet. Die Berlinale begann dieses Jahr mit einer Kostümrevolution mit dem Film „Königlich kulinarisch!“ von Benoît Jacquot über das Verhalten der Königin Marie-Antoinette und des Hofs im Schloss Versailles bei den Unruhen im Juli 1789. Jedoch hatte die 62. Berlinale eher zeitgenössischen Revolten einen besonderen Platz bei der Programmation reserviert: Viele Produktionen waren dem arabischen Frühling, den Empörten oder der Euro-Krise gewidmet.

"Können wir eine Demokratie haben, wenn wir uns nicht einmal gegenseitig mit unseren unterschiedlichen Meinungen zuhören können?" Kurz nach dem Rücktritt Mubaraks befragt die 22-jährige Journalistin Heba Afify den Protestierenden auf dem Tahrir Platz: Sie will ihre Meinungsvielfalt für die Online-Redaktion der unabhängigen ägyptischen Tageszeitung "Al-Masry Al-Youm" in Worte verfassen. Die Dokumentarfilmemacherin Mai Iskander begleitete sie bis zu den Parlamentwahlen im November 2011. Twitter und Facebook gehören zum Alltag der jungen Journalistin. Einige Videos, die Heba Afify mit ihrem Smartphone aufgenommen hat, sind im Dokumentarfilm zu sehen. Damit gewinnt „Words of Witness" an Authentizität. "Share": Die social media und das Image des arabischen Frühlings„Soziale Netzwerke und die Filmaufnahmen dieser großen Protestbewegungen und die Gewalt, der sie ausgesetzt waren und sind, haben maßgeblich zur Wahrnehmung der Umbrüche in der arabischen Region beigetragen" war in einer Pressemitteilung der Berlinale zu lesen. „Die Bilder vom Tahrir Platz in Kairo sind bereits Teil des visuellen Gedächtnisses."Die Amateur-Videos im Internet sind allerdings bei den Filmeschaffenden umstritten. Die einen beschweren sich, dass sie die Autoren zu Helden machen, dass die Informationsquellen dabei oft verschwinden. Die Anderen lobben die Möglichkeit, die Aktualität sehr schnell dokumentieren zu können. „Mit YouTube ist eine neue Generation von Filmemachern entstanden, die die Bilder aus ihren Handys als Waffen im Freiheitskampf einsetzen", sagte die syrische Regisseurin Hala Al Alabdallah bei einer Podiumsdiskussion über Syrien.

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