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Angst ist Alltag für die Roma in Varnsdorf

Hassaufmärsche in einer tschechischen Kleinstadt

  • Von Till Mayer
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Seit Monaten herrscht regelmäßig Belagerungszustand vor dem ehemaligen Hotel »Sport«: Roma im tschechischen Varnsdorf verbarrikadieren sich in dem Gebäude, draußen marschieren die Ultrarechten auf. Angst haben die Belagerten auch vor Hasstouristen aus dem Ausland - den Neonazis aus Deutschland.

Kundgebung auf dem Marktplatz: So sehen keine netten Nachbarn aus.

Die Angst treibt seltsame Blüten: Die Kinder aus dem »Sport« spielen nach, was sich vor ihrer Tür ereignet: »Demonstranten und Polizei«. »Zigeuner ins Gas« rufen sie dann, weil sie es schon viel zu oft gehört haben.

Beim ersten Mal ging Julius Danko noch ans Fenster. »Hört auf! Wisst ihr eigentlich, was ihr da sagt«, rief der 49-Jährige den Kindern zu. Die spielten »Demonstranten und Polizei« unten im Hof. Vor den grauen Mauern des abgelebten ehemaligen Hotels. Vor dem zugemauerten Tor auf rissigem Beton. Zuvor hatten sie ausgelost, wer Demonstrant sein muss. Wer will schon den »Bösen« spielen? Auch wenn man dabei aus vollem Hals krakeelen kann. Also losen die Kinder die Rollen aus.

Zu viele Nieten im Leben der Dankos

Das Leben hat für Julius Danko und die Seinen zu viele Nieten bereitgehalten. Vor gut drei Jahren hatte der Familienvater einen Herzinfarkt. Damit begann der Abstieg, der mit dem Umzug ins »Sport« vor einem...


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