Vorurteile gegenüber dem Alter

Um selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe zu gewährleisten, braucht es Veränderungen

  • Von Michael Zander
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Nahezu täglich werden negative Schlagzeilen über das Alter veröffentlicht, meist getarnt als Wehklage über die demografische Entwicklung. »Erst wollen die Leute keine Kinder zeugen, dann wollen sie nicht sterben«, beschwert sich der Historiker Michael Stürmer in der »Welt« (28.1.2012) und fordert, die Lebensarbeitszeit zu verlängern oder, mit anderen Worten, Rente massenhaft durch Grundsicherung zu ersetzen.

Es ist in Mode gekommen, alte Menschen zu diffamieren: Thilo Sarrazin (SPD) nennt in seinem Buch »Deutschland schafft sich ab« die »Versorgung der Hochbetagten in Alten- und Pflegeheimen« eine auf die »Vergangenheit« gerichtete »Belastung«. Die Ansprüche, die sich Pensionierte aufgrund jahrelanger Einzahlungen in die Rentenkasse sowie die Kranken- und Pflegeversicherung erworben haben, bezeichnet er als »Altenlast«.

Der Philosoph Peter Sloterdijk erklärt in einem Aufsatz von 1996 zwar, es sei »absurd«, alte Menschen »wi...


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