Volkmar Draeger 01.03.2012 / Berlin / Brandenburg

Geschichte vom gemeinen Leben

Das Theater im Schokohof berührt mit dem Stück »Zwischen Stühlen«

Zicke, Großmaul, Hauptfigur: Solo mit Isabelle Gensior

Eine Schauspielerin, zwei rote Stühle, 90 Minuten solo. Damit wagt sich Volker Eisenach auf die kleine Szene des Theaters im Schokohof. Er erzählt dort die Geschichte von Linda, eigentlich so etwas wie eine Allerweltstory. Und inszeniert daraus eines der berührendsten Theatererlebnisse der letzten Zeit. Um einen einzigen abfälligen Satz eines Manns über seine Frau und die gemeinsamen Kinder, am Strand aufgeschnappt, baut Eisenach ein Stück vom schweren Weg durch ein nicht freiwillig so geführtes Leben und dokumentiert zugleich auf sehr poetische Weise die Verwerfungen unserer Gesellschaft. Denn Linda, da beginnt der Abend, sitzt auf dem Amt, will dort finanzielle Unterstützung erbitten, würde gern bloß das Formular ausfüllen und wieder verschwinden. Doch sie muss ihre Geschichte aufblättern, die ganze. Auf diese Weise wechselt die Situation zwischen Lindas Bericht über sich und Spielszenen, in denen Isabelle Gensior so sekundenrasch wie prägnant in nicht weniger als 18 menschliche Häute fährt. Die beiden Stühle, permanent umgebaut, markieren dabei jeweils den Handlungsort.

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: