Hans-Dieter Schütt 07.03.2012 / Kultur

Erinnerung an eine Zukunft?

Europa und Exil

Der ungarische Schriftsteller Akos Kertész bat um Asyl in Kanada. Der jüdische Roman- und Drehbuchautor, 79, kam vor einigen Tagen in Montreal an. Darf man dies bitterer deuten, als es vielleicht angemessen ist?

Die Flucht aus einem europäischen Staat, der ins Rechtsextreme driftet, gehört zu den wesentlichen Handlungssträngen des 20. Jahrhunderts. Jene Weltoffenheit, die mit dem Gedanken der Klassik das Griechische und Italienische auf neue Weise ins kontinentale Bewusstsein pflanzte, wandelte sich im totalitären Zeitalter brutal zur umfassenden Exilbewegung. Neben Seumes heiterem Syrakus-Seufzer »Ach, wie lieblich winkt mir eine Fremde, die mich fortlockt, ohne mir Heimat zu nehmen« steht Stefan Zweigs Schmerz der großen Überfahrt: »Reisen ist mir zum Inbegriff der Entwurzelung geworden, und alle Bewegung führt, um des Lebens Erhalt, doch nur immer ins Heimatlose.«

Zwischen beiden Zitaten liegen - speziell deutsche - Zeiten, d...

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