Noch mehr Hungerlöhne an Europas Flughäfen?

Neue Liberalisierungsrichtlinie der EU sorgt für breiten Widerstand

  • Von Hans-Gerd Öfinger, Brüssel
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.

Eine von der EU-Kommission angestrebte neue Liberalisierungsrichtlinie für die Bodendienste an europäischen Verkehrsflughäfen stand am Donnerstag im Mittelpunkt einer Anhörung im EU-Parlament. Dazu waren Gewerkschafter aus zehn europäischen Ländern auf Einladung der europäischen Linksfraktion GUE/NGL nach Brüssel gekommen.

»Aus linker Sicht war bereits die Richtlinie von 1996 ein Schritt in die falsche Richtung«, bilanzierte die Initiatorin der Anhörung und deutsche Abgeordnete Sabine Wils die 15-jährige Liberalisierungspraxis, die Einkommensverluste gebracht und Qualität und Sicherheit geschadet habe. »Überall gibt es für verantwortungsvolle Tätigkeit bei Wind und Wetter an 365 Tagen im Jahr viel zu wenig Lohn«, brachte es ver.di-Sekretär Ingo Kronsfoth auf den Punkt. Deutsche Flughafenbeschäftigte hätten hohe zweistellige Reallohnverluste erlitten.

Für die Europäische Transportarbeiterförderation (ETF) schilderte der Spanier Enrique Carmona die enorme Leistungsverdichtung unter dem Preisdruck großer Airlines. So habe die Anzahl der Flüge seit 1996 um 100 Prozent, die Zahl der Bodenbeschäftigten aber nur um 40 Prozent zugenommen. Wie widersin...


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