Erschütterte Gewissheiten

Japan ist auch ein Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima noch in seinen Grundfesten getroffen

  • Von Daniel Kestenholz
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

In Japan ist seit dem 11. März 2011 nichts mehr so, wie es war. Der Mythos der Sicherheit der Atomenergie ist nach der Katastrophe von Fukushima auch in Nippon ad acta gelegt. Fukushima ist derweil noch längst nicht Geschichte.

Es wirkt alles erschreckend improvisiert bei Fukushima Daiichi. Wo vor einem Jahr Kernschmelzen in Gang waren, die um ein Haar die Evakuierung von Tokio auslösten, liegen vor den drei am meisten beschädigten Reaktoren noch immer vom Monstertsunami zerknüllte Trucks. Um die Skelette von Gebäuderuinen türmen sich Schuttberge mit ineinander verkeilten Stahlträgern. In weiße Schutzanzüge gekleidete Arbeiter eilen ameisengleich durch die Endzeitlandschaft.

Dass die Ordnung und Sauberkeit gewohnten Japaner noch ein Jahr nach der Stunde Null gerade mal Reaktor 2 in eine Schutzhülle verkleiden konnten, spricht Bände über die Schwierigkeit der Aufgabe, die Folgen der Atomkatastrophe vom 11. März 2011 zu bewältigen. Zehn Meter hohe Tsunamiwellen spülten damals über die Küste herein, versetzten Japan und die Welt in einen Schockzustand. Die Furcht vor einer Nuklearkatastrophe, deren Langzeitfolgen schon in einem Atemzug mit Hiroshima und Naga...


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