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Röttgen will Asse räumen lassen

Stabilität des Salzbergwerks unklar

Remlingen (dpa/nd). Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will die Atomabfälle aus dem maroden Salzstock Asse schnellstmöglich bergen lassen. »Es muss schnellstens raus. Es arbeiten alle daran, dass es so raus kommt, dass keine Menschen gefährdet werden«, versprach er Anwohnern am Montag vor dem ersten Besuch der Asse in seiner Amtszeit. Es gebe keine Verschleppungstaktik der Politik. Viele Anwohner empfingen Röttgen mit Pfiffen und Plakaten wie »Röttgen bring in Ordnung, was die Atomlobby versaut hat«. Einige Bürger unterstellten dem Minister, dass die Regierung das Lager lieber zuschütten als räumen wolle.

Bisher ist ungewiss, wie lange das frühere Salzbergwerk noch stabilisiert werden kann, in das täglich 12 000 Liter Wasser eindringen. Bis 1978 wurden in der Asse 126 000 Atommüllfässer abgeladen - eine Bergung würde mehrere Milliarden Euro kosten und könnte Jahrzehnte dauern. Die Bürger in der Region kritisieren scharf, dass Röttgen erst jetzt, nach zweieinhalb Jahren im Amt, die Anlage besuchte, obwohl es sich um eines der größten Umweltprobleme Deutschlands handelt. Am Sonntag hatten 25 000 Menschen in der Region mit einer Lichterkette gegen die Nutzung von Atomenergie demonstriert. Victor Perli, der stellvertretende Vorsitzende der niedersächsischen Linksfraktion, kritisierte den Minister: »Sein Bekenntnis zur Rückholung blieb so allgemein, dass es in die Rubrik Lippenbekenntnisse und Beschwichtigungen gehört.«

Röttgens Vorgänger, SPD-Chef Sigmar Gabriel, forderte vom Umweltminister mehr Tempo und Einsatz für eine schnellere Bergung: »Ich hoffe, dass dies nicht nur ein Beschwichtigungsbesuch ist.« Nach harscher Kritik betonte Röttgen, dass das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auch künftig in Endlagerfragen eine wichtige Rolle spielen solle. »Das BfS wird nicht geschwächt und nicht zerschlagen«, sagte er. »Da wird nichts ausgegliedert. Das BfS werde etwa bei der Asse-Sanierung weiter die Federführung haben.

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