»Uns brennt der Kittel«

Schlecker-Pleite: Bund und Baden-Württemberg schieben Verantwortung hin und her

  • Von Gesa von Leesen, Stuttgart
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Land oder Bund - wer gibt den Kredit für die Transfergesellschaft für Schlecker? Über diese Frage wird derzeit intensiv gestritten. 71 Millionen Euro benötigt Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz, um ab April eine Transfergesellschaft für mehr als 12 000 zu entlassende Schlecker-Frauen bezahlen zu können. Doch noch weiß er nicht, woher er das Geld bekommen soll.

Ende voriger Woche hat Geiwitz einen Antrag auf einen Kredit der KfW-Bank gestellt. Diese bundeseigene Bank ist explizit für Unternehmensfinanzierungen da. Doch schon am Wochenende erklärte ein Sprecher von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), der Kredit werde nicht gewährt, weil Schlecker kein Mittelständler ist. Das Land Baden-Württemberg solle sich darum kümmern, schließlich liege die Schlecker-Zentrale in Ehingen bei Ulm, hieß es aus Berlin.

Der baden-württembergische Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) spielt den Ball zurück. Weil Schlecker-Beschäftigte in der ganzen Republik verteilt sind, sei die Angelegenheit ein Bundesthema. Zudem könne die KfW-Bank das Problem am schnellsten lösen, indem die Bundesregierung einen Zuweisungsbeschluss fasst. Dann müsse die KfW das Geld zur Verfügung stellen. Schmid: »Das ist in anderen Fällen auch schon so geschehen.« Zum Beispiel bekam die Heidelberger Druck AG vor einigen Jah...

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