Flüchtlinge im eigenen Land

Infolge der Kämpfe und schlechter Versorgung verließen Tausende ihre Zuhause

  • Von Karin Leukefeld, Damaskus
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Heute vor einem Jahr wurden in der südwestsyrischen Stadt Daraa willkürlich Kinder verhaftet. Die Folge waren friedliche Massenproteste, die blutig niedergeschlagen wurden, schießlich aber faktisch das ganze Land erfassten. Der 15. März 2011 gilt deshalb als Beginn der Erhebung in Syrien.

»Uns ist egal, wer Präsident ist, wir möchten nur eines: Frieden. Damit Sie und andere Ausländer uns endlich wieder besuchen kommen.« Die junge Frau zupft an ihrem farbenprächtigen Kopftuch und reicht ihre Hand zum Abschied. Mit Sohn und Tochter ist sie auf dem Weg nach Jemen, wo sie einige Wochen bei ihrer Mutter bleiben will. Ihr Ehemann arbeite in Saudi-Arabien, doch dort seien die Einreisebestimmungen für Angehörige so streng, dass sie keine Chance habe. Jemen sei noch gefährlicher als Syrien, habe ihre Tochter protestiert. Außerdem müsse sie sich dort in einem schwarzen Mantel verhüllen und könne sich nicht frei bewegen, wie sie es gewohnt sei. Doch es sei nur für einige Wochen, bis hoffentlich wieder Ruhe eingekehrt sei, habe sie den Kindern versprochen.

Obwohl durch Unruhen und Kämpfe in Syrien Tausende Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen haben, sucht man vergebens nach Flüchtlingslagern. Viele schließen einfach Woh...


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