Gedächtnis der Bewegung

Das Archiv »Papiertiger« in Berlin-Kreuzberg sammelt seit über 30 Jahren Schriftgut der radikalen Linken

  • Von Niels Seibert
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Literatur bewahren Archive und Bibliotheken haben es nicht leicht in Zeiten staatlicher Sparmaßnahmen und gesellschaftlicher Kultur- und Geschichtslosigkeit. Erhalt und Bereitstellung von Veröffentlichungen, ob nun graue Literatur oder Romane, bleiben oft an privaten Initiativen hängen. experimend stellt zwei solcher Projekte vor: Ein seit 30 Jahren bestehendes Archiv aus Westberlin und eine neue Bibliothek aus der ostdeutschen Provinz.

Bis unter die Decke stehen die Aktenordner und Stellschuber. Ihre gelben, orangen und grünen Etiketten sind mit dickem, schwarzen Filzstift beschriftet: »Jugendzentrumsbewegung BRD«, »Portugal Nelkenrevolution« oder »Männerbewegung und Modernisierung des Patriarchats«. Hier lagern - für alle Interessierten frei zugänglich - Dokumente sozialer Bewegungen aus den vergangenen 40 Jahren: Plakate, Zeitschriften, Broschüren und anderes mehr, gegliedert nach Themen und Ländern. Das Archiv mit Bibliothek im Berliner Stadtteil Kreuzberg nennt sich seit 1985 nach einem von Mao Tse-tung geprägten Begriff: Papiertiger.

Seine Anfänge hatte das Bewegungsarchiv zur Hochzeit der Hausbesetzerbewegung Anfang der 1980er Jahre im »Kunst- und Kultur-Centrum Kreuzberg« (KuKuCK). Bewohnerinnen und Bewohner des besetzten Hauses in der Anhalterstraße 7 in unmittelbarer Nähe des Westberliner Zeitungsviertels nahmen sich 1981 vor, eine Bibliothek aufzubauen ...

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