Der Unvollendete

Egon Krenz, der letzte Generalsekretär der SED, wird heute 75 Jahre alt

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Egon Krenz hat in der DDR geduldig auf seine Zeit gewartet - und als sie kam, war sie sehr kurz.

Krenz signiert seine »Gefängnisnotizen« bei »nd« im Club.

Krenz gehörte zu den Jüngeren in der SED-Führung, zu denen, von denen sich DDR-Kritiker nichts, DDR-loyale Bürger aber eine gewisse Öffnung versprachen. Die Jüngeren hatten manches Mal die Faust geballt - nicht nur auf der Tribüne zum 1. Mai, wohl auch mal - aber dann eher in der Hosentasche - aus Ärger über die Partei-Altvorderen. Als sie die Faust endlich aus Tasche holten und Erich Honecker absetzten, waren sie - wie das ganze System DDR - längst nur noch Getriebene: getrieben durch den Druck von außen, getrieben von der unzufriedenen Bevölkerung, vor allem aber von den eigenen Versäumnissen. Die leicht erneuerte SED-Führung fing im Herbst 1989 endlich an zu laufen, aber sie hatte keine Chance. Von der Wucht der Veränderungen wurde sie gnadenlos überrollt. Krenz blieben sechs Wochen an der Spitze von Partei und Staat - nicht mehr als eine Episode. Seine Hoffnung auf Er...


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