Halluzinatorische Schattenprozession

Faszinierende Gouachen von Karol Broniatowski präsentiert das Polnische Institut Berlin

  • Von Klaus Hammer
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Weithin bekannt geworden ist der seit 1976 in Berlin lebende polnische Bildhauer und Zeichner Karol Broniatowski durch sein 1991 entworfenes Mahnmal für die deportierten Juden Berlins am Bahnhof Grunewald - eine Betonmauer, in die menschliche Silhouetten in Negativformen hineingearbeitet wurden. Sie sind zum Echo der unzähligen, anonymen Menschen geworden, die von hier in die Konzentrationslager geschickt wurden. Zugleich wirken sie wie durch sinnlose Gewalt verübte Beschädigungen und Ausbrüche in der Mauer.

Neben Sandskulpturen und Bronzeplastiken schuf der 1945 in Lodz geborene Künstler Tonfiguren, die er mit Zeitungspapier überklebte, das mit Polyesterharz laminiert wurde. Diese verschiedensprachigen Zeitungen sollten den anonymen Figuren einen konkreten zeitlichen Bezug geben. Eine an die Wirklichkeit gekoppelte Symbolform. Er ließ sie von der Decke herabschweben, aus der Wand heraustreten, hintereinander, nebeneinander herlauf...


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