Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Zwei Minuten zu früh

Fürth wechselt unglücklich aus und ärgert sich über BVB-Spieler, Dortmund bejubelt Finaleinzug

  • Von Thomas Niklaus und Ruben Stark, SID
  • Lesedauer: 3 Min.

Nach einer »glücklichen Sternstunde« für Borussia Dortmund flammte die ewige Rivalität mit Schalke 04 wieder einmal auf - und dies rund 450 km vom Revier entfernt. Ein heftiges Wortgefecht zwischen Nationalspieler Kevin Großkreutz vom BVB und den beiden ehemaligen Schalkern Mike Büskens und Gerald Asamoah sorgte im Anschluss an den 1:0-Sieg des Meisters nach Verlängerung im Halbfinale des DFB-Pokals beim Zweitligisten Greuther Fürth für erhebliche Misstöne. Und drängte einen verrückten, letztlich aber missglückten Fürther Torwartwechsel in den Hintergrund.

»Er vertritt die bundesdeutschen Farben. Was da kommt, ist peinlich und traurig. Dass es wegen meiner blau-weißen Vergangenheit Vorbehalte gibt, ist okay. Aber wie man da tituliert wird - ich erwarte mehr Respekt«, giftete Büskens in Richtung Großkreutz und fügte an: »Ich habe gelernt, dass man nach einer Niederlage Charakter zeigen soll, das gilt aber auch im Siegesfall. Dafür ist er aber nicht bekannt.«

Im Anschluss an den Siegtreffer in der 120. Minute durch Ilkay Gündogan waren zunächst Großkreutz und Asamoah aneinandergeraten. Nach dem Abpfiff war auch noch Büskens in den Zwist verwickelt gewesen, in dem Großkreutz die früheren Königsblauen provoziert und beleidigt haben soll. Großkreutz selbst spielte den Vorfall herunter: »Das passiert eben im Fußball.«

Energisch widersprach er aber Spekulationen, wonach er den gebürtigen Ghanaer Asamoah rassistisch beleidigt haben soll: »Das ist falsch! Wer mich kennt, weiß, dass ich so etwas nicht mache. Ich habe überhaupt nichts gesagt, sondern nur mit beiden Fäusten gejubelt.«. Nach Medienberichten hatte der Fürther Mergim Mavraj von Beleidigungen bezüglich Asamoahs Hautfarbe gesprochen.

BVB-Trainer Jürgen Klopp wollte die Sache nicht überbewerten, da die Atmosphäre nach dem Spiel auch »super-emotional« gewesen sei. Er fände es aber »schön, wenn die Fürther nicht Kevins Charakter einschätzen würden«. Ansonsten hatte er keine Lust, darüber zu sprechen, zu groß war die Freude, das Finale erreicht zu haben. Gündogan habe mit seinem Tor »Geschichte geschrieben. Das ist geil und fühlt sich sehr gut an«, so Klopp euphorisiert

Dass die Borussia erstmals seit 2008 wieder im Endspiel steht, kam allerdings äußerst glücklich zustande. Als Dortmunds Präsident Reinhard Rauball auf der Tribüne schon überlegte, »wen ich Elfmeter schießen lassen würde«, zog Gündogan ab, der Ball prallte vom Pfosten an den Rücken von Fürths Torhüter Jasim Fejzic und von dort ins Tor. Besonders bitter war der Gegentreffer deshalb, da Fejzic kurz zuvor für Stammkeeper Max Grün für ein Elfmeterschießen eingewechselt worden war. »Sie haben sich zwei Minuten zu früh auf das Elfmeterschießen eingestellt«, stichelte Klopp, der ansonsten voll des Lobes für den Gegner war: »Diese Mannschaft gehört in die Bundesliga.«

Das war für die Fürther aber kaum ein Trost. Konsterniert und frustriert fielen sie nach dem Gegentor in sich zusammen. »Das ist bitter und tragisch«, meinte Büskens. Dann forderte er sein Team aber im Kampf um den lang ersehnten Aufstieg in die Bundesliga auf, »dass wir wieder aufstehen müssen«, damit das Saisonende »schöner wird«. So soll es auch in Dortmund kommen, vielleicht erstmals in der Vereinsgeschichte mit dem Double. Doch erst mal genoss Rauball den Finaleinzug als »glückliche Sternstunde«.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln