Le Pen sieht »grünen Faschismus« drohen

Rechtsextreme Präsidentschaftskandidatin nutzt Morde von Toulouse für Wahlkampagne

  • Von Andrea Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Vor Wochen hatte Marine Le Pen versucht, mit einer Debatte über Halal-Fleisch aus ritueller Schlachtung, das den Franzosen undeklariert untergeschoben werde, Stimmung gegen den Islam zu machen. Die jüngsten Mordanschläge auf Soldaten und eine jüdische Schule benutzt sie, um erneut die Gefahr des religiösen Fundamentalismus an die Wand zu malen.

Der Tod Mohamed Merahs rührt die Präsidentschaftskandidatin der rechtsextremen Front National kaum. Der tragische Ausgang sei »absehbar« gewesen, gewiss trauerten ihm viele Franzosen nicht nach, erklärte sie vor der Presse. Kurz zuvor hatte sie noch gemutmaßt, die Regierung habe »wahrscheinlich Angst«, die Wohnung des Attentäters zu stürmen, aus Furcht, er komme dabei um, »was dann wieder Unruhen in bestimmten Vorstädten auslöst«. Denn für Le Pen besteht kein Zweifel daran, dass die Anschläge von Toulouse kein tragischer Einzelfall sind, sondern Symptom eines wahren »grünen Faschismus«, der über Frankreich hereinzubrechen droht. »Seit zehn Jahren sage ich, dass ganze Wohnviertel in der Hand islamischer Fundamentalisten sind. Und ich sage es noch einmal: Diese Gefahr wird unterschätzt.« Sie ist überzeugt, dass das Thema der inneren Sicherheit und insbesondere die Gefahr des islamischen Fundamentalismus von den ande...

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