Die Wahrheit verspätet sich

  • Von Brigitte Zimmermann
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Unlängst wurde gemeldet, dass eine Postkarte, vor 37 Jahren in Toronto nach Eisenhüttenstadt adressiert, in diesen Tagen dort angekommen ist. Eine beachtliche Verweildauer auf dem Postwege, aber verständlich. Denn bei der Postleitzahl fehlte eine Ziffer, die Straße war nicht angegeben und die Empfänger, ein Ehepaar, unterdessen umgezogen.

Solche schlüssigen Erklärungen fehlen, wenn man der Frage nachgeht, warum politische Wahrheiten, vor allem unangenehme, mitunter lange brauchen, um vom Licht der Öffentlichkeit wenigstens gestreift zu werden. Man sieht es wieder bei Gauck. Erst wenn der am Freitag unfallfrei vereidigte neue Bundespräsident in die ersten Fettnäpfe getreten sein wird, die in diesem Job und bei der Eitelkeit des neuen Präsidenten immer bereitstehen, wird man die diffusen Umstände seiner Inthronisierung deutlich benennen. Statt der derzeit amtierenden Heiligsprechung, die sich teilweise nordkoreanischem Format nähert. ...


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