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Brandstifter aus Wut

19-Jähriger gesteht vor dem Amtsgericht

(dpa). Eine Serie von Kellerbränden in sechs Mietshäusern hat ein 19-Jähriger am Dienstag vor einem Berliner Amtsgericht gestanden. Als Motiv nannte der Schüler Langeweile und Wut, die aus ihm herausbreche, wenn er Alkohol trinke. Die Feuer hatte der Angeklagte zwischen August und Dezember 2011 in seinem Wohnbezirk Lichtenrade gelegt.

Bei zwei Bränden mussten die Mieter der Häuser evakuiert werden. Eine Frau mit einem zweijährigen Kind wurde über eine Leiter in Sicherheit gebracht. Mehrere Kinder und Erwachsene kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser. Zum Teil war die Stromversorgung unterbrochen, einzelne Wohnungen waren nicht mehr nutzbar.

Eine Mutter von zwei kleinen Kindern leidet nach eigenen Angaben bis heute unter Schlafstörungen und Panikattacken. Ihr damals fünfjähriger Junge sei ganz schreckhaft und schlafe nicht ohne Licht, sagte die 29-jährige Restaurantfachfrau. Auch sie und ihre Kinder waren kurz im Krankenhaus. »Es kam mir vor wie im Film«, erinnerte sich die allein erziehende Mutter im Prozess. Sie hatte weder Angehörige noch Bekannte in Berlin und musste deswegen nachts in ihre Wohnung zurückkehren. Licht und Strom gab es nicht.

Der Schüler entschuldigte sich bei der Zeugin. »Es tut mir unendlich Leid«, sagte der 19-Jährige. Er habe damals nicht über die Folgen nachgedacht, behauptete der Angeklagte. Er habe Stress mit Familie und Freunden gehabt. »Ich wollte irgendwas zerstören, aber niemandem schaden«, sagte der Schüler.

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