Unten links

Von sinkenden Einschaltquoten beim Fernsehen war gestern hier die Rede. Die gibt es aber nicht nur dort, auch jene bei parlamentarischen Wahlen sind rückläufig: In den letzten Jahren sank die Wahlbeteiligung in fast allen Bundesländern deutlich unter 60 Prozent. Die Partei der Nichtwähler ist längst die stärkste, wenngleich ruhende politische Kraft im Land. Alle Parteien grübeln, was sie dagegen tun können. Nun scheint man eine Lösung gefunden zu haben, und zwar ausgerechnet in der SPD. Deren Parteichef kam auf eine schlichte, aber grandiose Idee: Vielleicht lässt sich eine sinkende Einschaltquote mit einer höheren Ausschaltquote bekämpfen? Als Testperson wählte Sigmar Gabriel seinen Kollegen Frank-Walter Steinmeier. Bei einer SMS, die Gabriel in Sachen Fiskalpakt an führende Vertreter seiner Partei schickte, ließ er Steinmeier als Adressaten aus. Als dieser Wind davon bekam, empörte er sich heftig. Der Test war gelungen: Mit einer erhöhten Ausschaltquote wächst die politische Aktivität. jrs

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